Mehr Raum für Veränderungen

Unter einer Nutzungsänderung (Umnutzung) versteht man die Änderung der Nutzung einer Nutzungseinheit oder eines kompletten Gebäudes. Typische Nutzungsänderungen in Frankfurt sind z. B.:Nutzungsänderung von einer Wohnung in eine Einheit zur freiberuflichen Nutzung gem. §13 BauNVO Nutzungsänderung von einem Laden in eine Schank- und Speisewirtschaft Nutzungsänderung von einem Bürogebäude in ein MehrfamilienhausDie Nutzungsänderung ist in den meisten Fällen genehmigungspflichtig, das erforderliche Verfahren ist abhängig von der Gebäudeklasse. Wichtig für die Beurteilung, ob ein Verfahren erforderlich ist, ist der tatsächlich genehmigte Stand. Unter bestimmten Voraussetzungen ist für eine Nutzungsänderung bei Gebäudeklasse 1-5 eine Genehmigungsfreistellung gem. §56 HBO möglich. In der Regel ist ein vereinfachtes Baugenehmigungsverfahren nach §57 HBO oder bei Sonderbauten ein Vollverfahren nach § 58 HBO erforderlich. Die Gebäudeklassen sind definiert in §2(3) und (8) HBO.
Genehmigungsfreistellungen gem. § 56 HBO:
Sie können mit dem Bau beginnen, wenn Sie von der Bauaufsicht eine Bestätigung erhalten haben, dass kein Baugenehmigungsverfahren für Ihr Bauvorhaben durchgeführt werden muss.
Ein Baubeginn ist auch dann möglich, wenn Sie innerhalb eines Monats keine Erklärung der Bauaufsicht über die Erforderlichkeit eines Baugenehmigungsverfahrens erhalten haben.
Die Frist beginnt mit dem Eingang Ihrer Kenntnisgabe und aller erforderlichen Bauvorlagen bei der Bauaufsicht. Den Beginn der Frist können Sie der Eingangsbestätigung entnehmen.
Vereinfachtes Verfahren gem. §57 HBO:
Die Genehmigungsdauer beträgt unter der Voraussetzung des Eingangs vollständiger Antragsunterlagen maximal drei Monate. Die Einreichung vollständiger Bauvorlagen wird von der Bauaufsicht schriftlich bestätigt. Die Prüfungsfrist kann von der Bauaufsicht aus wichtigem Grund bis zu zwei Monaten verlängert werden. Hat die Bauaufsicht in dieser Zeit keine Entscheidung über den Bauantrag getroffen, gilt die Baugenehmigung fiktiv als erteilt.
Vollverfahren gem. §58 HBO:
Die vorgesehene Genehmigungsdauer im Vollverfahren beträgt mit Ausnahme der Sonderbauten maximal 3 Monate, wenn keine Verlängerung erfolgt. Allerdings hat der Fristablauf keine Rechtsfolgen. Für Sonderbauten ist keine maximale Genehmigungsdauer vorgeschrieben. In der Frankfurter Praxis werden in den meisten Fällen mit guter Vorbereitung durch die Antragsteller 3 Monate nicht überschritten.